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Boese Tagebücher: Unaussprechlich peinlich: Mirja Boes
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Mirja Boes

Boese Tagebücher: Unaussprechlich peinlich

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Bestellnummer: 103221
BestBook. Flexibel gebunden, 200 Seiten
Clubausgabe 12,00 €*
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Über dieses Buch:

Das geheime Tagebuch der Mirja Boes: Peinlicher geht's nicht - amüsanter auch nicht! Hormonstau, Pickel und junge Italiener. Comedian Mirja Boes, bekannt aus »Die dreisten Drei« und »Angie«, lässt uns einen Blick in ihr streng bewachtes Tagebuch aus den 80er Jahren werfen. Sie erzählt von der ominösen »Unterhosen-Kralle«, dem »Kobra-Arm« und »Klopömpel-Küssern« - und spricht aus, was es heißt, beim ersten Date den Wellensittich des Angebeteten breit zu sitzen. Schonungslos und schockierend! Mit dem Soloprogramm »Morgen mach ich Schluss! Wahrscheinlich ...« ist Mirja auf Deutschlandtour.
EAN: 9783805208680

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Leseprobe:

Prolog � oder so

Wie beginnt man eigentlich einen Bestseller? Bekanntlich ist ja der erste Satz im Buch die schwerste Hürde für den Autor von Weltrang. Ich sitze also vor dem Laptop, und die Hände verkrümmen sich gichtartig, während mein Gesicht den Ausdruck eines Primaten annimmt. Mann, Mann, Mann � warum habe ich nur «ja» gesagt, als diese nette Lektorin mich fragte, ob ich nicht ein Buch über mein Leben schreiben würde? Seit meinem Einverständnis ist viel Wasser den Rhein hinuntergeflossen � ja ja! Eine Metapher! Liebe Leser � damit müsst ihr euch wohl oder übel arrangieren. Denn als Schriftstellerin möchte ich gefälligst auch so tolle Sachen benutzen dürfen wie Metaphern! In der Schule habe ich sie übrigens gehasst. Mir ist schon klar, dass ihr jetzt denkt: «Oh � die Boes schreibt ein Buch über sich? Was wird da geboten? Schockierende Momentaufnahmen eines TV-Stars? Wie lebt sie? Wie funktioniert Fernsehen? Wie sind ihre Kollegen? Welche Skandale sind verborgen geblieben? Hat sie heimliche Obsessionen? Fetische? Liebt sie Gummi, Lack, Leder, Bondage oder S / M? Hallooo??? Geht�s noch? So was schreibe ich nicht! Das könnt ihr knicken! Das ist schmutzig! Aber worüber schreibe ich denn dann? Ich habe nicht den leisesten Hauch einer Ahnung. Soll es fiktiv sein?Autobiographisch? Eine Romanze? Ein Schicksalsroman? Ein Krimi? Jeder schreibt doch Krimis! Die Geburtenrate in Deutschland sinkt, aber die Zahl der Krimiautoren hat sich verdreifacht. In den Schlafzimmern wird nicht mehr geknattert � es wird gemordet. Diesen Trend hatte ich bereits vor Jahren erkannt und wirklich mal eine großartige Idee für einen Krimi, und den Plot will ich euch nicht vorenthalten:
Eine Frau aus Hückeswagen ermordet ihren Ehemann mit einer Gartenkralle. Dann vergräbt sie die Leiche im Garten ihrer verhassten Nachbarin. Sie ruft bei der Polizei an und spricht mit der Stimme der Nachbarin: «Hilfe! Ich habe meinen Nachbarn umgebracht und ihn unter dem alten Kirschbaum vergraben.» Ach ja, ich vergaß zu erwähnen, dass die Mörderin ihren Lebensunterhalt durch Stimmenimitation bestreitet und in Hückeswagen eine Institution auf diesem Gebiet ist. Wann immer ein Stimmenimitator gebraucht wird, ruft man sie. Der Polizist, der den Fall untersucht, ist wahnsinnig muskulös und hat blaue Augen. Warum, hab ich vergessen. Er findet die Leiche unterm alten Kirschbaum, und siehe da � weiter unten im Erdreich findet er ein Skelett. Durch komplizierte Tests kommt heraus, dass es sich um den lang verschollen geglaubten Ehemann der Nachbarin handelt. Sie wird verhaftet und kommt ins Kittchen. Der Polizist befragt die eigentliche Mörderin, entdeckt seine Vorliebe für Stimmenimitatorinnen und verliebt sich in sie. Sie heiraten � sie geht ihm auf den Sack � er erwürgt sie und vergräbt sie ebenfalls unterm Kirschbaum im Garten des neuen Nachbarn. Da er aber kein guter Stimmenimitator ist, fliegt er auf und wird verhaftet, und der alte Kirschbaum geht ein. Der Krimi sollte übrigens «Unter dem alten Kirschbaum» heißen, ein extrem reißerischer Titel, wie ich finde. Untertitel: «Verräterische Stimmen in Hückeswagen». Da läuft es einem doch kalt den Rücken hinunter, oder? Als ich damals die letzte Zeile dieses Meilensteins der deutschen Krimigeschichte schrieb, war ich der festen Überzeugung, den großen Wurf hingelegt zu haben. Ich war sicher, die gesamte Krimiszene mit diesem dreckigen kleinen Vorstadtwerk auf links gezogen zu haben. Heimlich setzte ich schon mal Verträge mit divenhaften Klauseln auf. Von unfassbaren Gewinnbeteiligungen war die Rede, von eigenen Masseuren und Wohnwagen bei den Lesetouren durch den gesamten deutschsprachigen Raum, und dass im sehr wahrscheinlichen Falle einer Verfilmung Uschi Glas nichts mit dem Projekt zu tun haben dürfe. Aber Seifenblasen platzen sehr schnell. Meine Mutter las den Roman, lachte herzhaft, ging in die Küche und fing an, Waffeln zu backen. Vielleicht lag es daran, dass die gesamte Handlung meines Buches in nur elf Seiten abgehandelt war? Oder daran, dass ich erst 14 war? Keine Ahnung � Ich nahm die elf Seiten und vergrub sie unter dem alten Kirschbaum bei uns im Garten. Seit dieser Tragödie hatte ich beschlossen, nie wieder zu schreiben. Und jetzt muss ich � Mist! Also habe ich meine Sachen gepackt und mich zu meinen Eltern zurückgezogen. Als ich bei denen mit den Koffern vor der Tür stand und meine Mum öffnete, blickte sie nur auf mein Gepäck � und nickte! Ein Nicken, wie nur Mütter es beherrschen. Dieses klare «Ich weiß Bescheid»-Nicken. Ich kann überhaupt nicht so nicken. Kommt das erst, wenn man selber Mutter ist? Findet während der Wehen so eine Art Nickmutation statt? Egal! Also � meine Mutter nickte und fragte: «Wieder Single?» Eine Unverschämtheit � als wenn ich nur nach Hause fahren würde, wenn mich jemand verlässt � Meine Eltern bezeichnen meinen Bruder und mich immer als Bumerangkinder, die immer wieder zu Hause aufschlagen. Also sagte ich: «Nein, Mama! Ich muss ein Buch schreiben!» � «Ach Gott!», ruft sie, «komm rein � ich stelle dir einen Tisch unter den alten Kirschbaum �» eins Es stimmt nicht, dass das Leben die besten Geschichten schreibt. Das Leben verzapft lauter unglaubwürdigen Unsinn, mit dem man sich niemals irgendwo blickenlassen könnte, weil jeder sofort sagen würde: «Ach, das hast du dir doch ausgedacht!» Ich kann das beweisen. Ich habe nämlich eine zutiefst beschämende Entdeckung gemacht: meine alten Tagebücher! Geschrieben in der Zeit zwischen meinem elften und meinem 19. Lebensjahr. Und da stehen Sachen drin � also Sachen!!!

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Biographie:

Mirja Boes, Jahrgang 1971, hat eine Musical-Ausbildung an der Hochschule für Musik in Leipzig absolviert. Sie spielte im Theaterensemble »Compagnia 82« und beim Improvisationstheater »Frizzles«, ehe sie im Fernsehen bei den »Dreisten Drei«, »Frei Schnauze« und »Genial daneben« als Comedian bekannt wurde.

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