Hintergründe zum Roman

Blattschneiderameisen

Die „Blattschneiderameise” gehört zur außerordentlich artenreichen Insektenordnung der Hautflügler (ca. 115.000 Arten). Dazu zählen neben den Ameisen mit fast 12.000 Arten u.a. die Bienen und Wespen. Das Verbreitungsgebiet der 39 bekannten Arten von „Blattschneiderameisen” umfasst die Tropen und Subtropen Amerikas, erstreckt sich also von Louisiana beziehungsweise Texas im Norden bis Patagonien im Süden Argentiniens.

 

Auf langen, durch Geruchsstoffe markierten und regelrecht ausgetretenen Ameisenstraßen tragen sie Blattteile und andere verrottbare Stoffe in ihren Bau. Doch nicht diese Blätter stellen ihre Nahrung dar, sondern ein Pilz, der sich auf diesen bildet. Die Ameisen legen regelrechte Pilzfarmen an, die sie ständig ausbauen und pflegen. In einer Kolonie leben mehrere Millionen Arbeiterinnen und die vielfach größeren Männchen. Eine Blattschneiderameisen-Königin kann bis zu 150 Millionen Arbeiterinnen zur Welt bringen, von denen jeweils zwei bis drei Millionen gleichzeitig am Leben sind. Ihr größter Feind ist die Scharfrichterfliege, die ihre Eier in einen Ameisenbau ablegt. Deren Larven ernähren sich von den Ameisen, die sie regelrecht köpfen.

 

Quelle: Ticopedia.de

 

 

Hintergründe zum Santeria-Kult

Santería ist eine in Kuba entstandene Religion. Der Name ist abgeleitet aus dem Spanischen - „Santos” heißt „Heilige” - so könnte man Santería mit „Anbetung der Heiligen” übersetzen. Es ist eine Vermischung der Yorùbá-Religion in Westafrika mit dem Spiritismus der westlichen Welt.

 

Die Ursprünge der Yorùbá liegen mit großer Wahrscheinlichkeit im alten Ägypten, von wo ihre Vorfahren vor ca. 5000 Jahren nach Südwesten zogen und sich schließlich im heutigen Benin und Teilen von Nigeria niederließen. Dort entstand auch das sagenumwobene Königreich von „Ilé Ife”.
„Santería” ist ein dynamisches Beispiel für Ausdauer und Erfindungsgeist der westafrikanischen Sklaven, die zu Zigtausenden nach Kuba geholt wurden, um auf den Zuckerrohrplantagen zu arbeiten. Sie brachten ihre Seele, die „Orishas” und ihre Religion in die neue Welt mit. Sie wurden durch die Sklavenhalter gezwungen, sich dem Katholizismus anzuschließen. Um ihre Religion trotzdem ausüben zu können, versteckten sie schlau ihre Religion hinter dem katholischen Glauben und synkretisierten ihre „Orishas” mit den katholischen Heiligen. Jedoch behielten sie ihre Rituale, ihre Gewohnheiten und ihren Glauben bei. Der Synkretismus erlaubte ihnen, scheinbar den katholischen Gott auf dem Altar anzubeten, aber was sie sahen, war der afrikanische Gott hinter ihm.


In der „Santería” gibt es einen obersten Gott - „Olodumaré” - und viele Untergottheiten oder Boten. „Olodumaré” manifestiert sich in drei Aspekten:


„Olodumaré” ist die Basis allen Seins,

„Olorun” ist der Schöpfer des Universums und

„Olofi” die Schöpfung selbst.

 

Im Santeria-Kult wird Gott als ein so hohes Wesen betrachtet, dass der Mensch nicht direkt mit ihm kommunizieren kann. Die Untergottheiten werden „Orishas” genannt und umfassen jeden Aspekt der Natur und des menschlichen Verhaltens. Man sagt, dass die Orishas vom Himmel herabgestiegen sind, um ihren Anhängern zu helfen, sie zu trösten und ihre Anliegen zu „Oludumare” zu transportieren.
Die Kommunikation zwischen den Orishas und der Menschheit wird durch Rituale, Gebete, Opferungen, Tanz, Musik und Weissagungen unterstützt. Es gibt ein umfangreiches System der Weissagung, dieses bietet die Gelegenheit, in allen Angelegenheiten direkt mit den Orisha zu kommunizieren. Diese Befragungen werden von „Santeras /Santeros” (Priester) oder Babalawos (hohe Priester) durchgeführt. Diese helfen den Menschen, Alltagsprobleme zu beheben, indem sie die Orishas anrufen und um Unterstützung bitten. Ifá ist das Orakel der Weissagung, das dem Babalawo vorbehalten ist.
Die Religion hebt das Hier und das Jetzt hervor und konzentriert sich auf natürliche Kräfte. Sie ist hierarchisch organisiert. Die jeweilige Stellung eines Gläubigen innerhalb der Gemeinschaft hängt von den Ritualen ab, die er durchlebt hat und dem geheimen Wissen, das er bereits überliefert bekommen hat. Ziel ist es, ein erfülltes Leben während des Aufenthalts in dieser Welt zu führen.
Die Santería ist nicht institutionell organisiert und es gibt keine zentrale Führung. Sie wird in religiösen Häusern organisiert. Jedes Haus wird von einem „Santero/Santera” geführt. Es herrscht keine Dogmatik, die Zeremonien und Sagungen variieren, da Santería eine mündlich überlieferte Religion ist. Altäre spielen eine wichtige Rolle in der Anbetung. Santeros/Santeras stellen sie in ihren Häusern auf und opfern z.B. Blumen, Rum, Kuchen und Zigarren, um die Gottheiten gut zu stimmen.

 

Die Arbeit mit den Ahnen hat einen ebenso wichtigen Anteil in der Santería wie der Zugang zu den Orishas.

 

Quelle: www.santeria.at